Kadenzen
Die Kadenz I–IV–V–I und die vier Schlusswendungen der Harmonielehre, jede vierstimmig gesetzt und zum Anhören: wie ein Satz endet, offen bleibt oder das Ohr täuscht.
Eine Kadenz ist die Akkordwendung, mit der ein musikalischer Satz zu Ende geht — oder eben nicht: es gibt Schlüsse, die wie ein Punkt klingen, wie ein Komma, und solche, die absichtlich in die Irre führen. Alle Beispiele stehen in C-Dur (das letzte in a-Moll), vierstimmig, damit man hört, was die Stimmen tun.
Die Kadenz
I–IV–V–I · C – F – G – C · T–S–D–T
Tonika, Subdominante, Dominante, Tonika — die Grundformel, mit der eine Tonart festgelegt wird. Zusammen enthalten die drei Hauptdreiklänge alle sieben Töne der Tonleiter.
Ganzschluss (authentische Kadenz)
Dominante zur Tonika: der Schluss, der wie ein Punkt klingt. Vollkommen heißt er, wenn beide Akkorde in Grundstellung stehen und die Melodie auf dem Grundton endet.
Plagalschluss
Subdominante zur Tonika: das »Amen« am Ende von Chorälen. Weicher als der Ganzschluss, weil kein Leitton zum Grundton führt.
Halbschluss
Endet auf der Dominante: ein Komma, kein Punkt. Der Satz bleibt offen, man erwartet die Fortsetzung.
Trugschluss
Die Dominante löst sich nicht zur Tonika, sondern zur Tonikaparallele: das Ohr erwartet C-Dur und bekommt a-Moll. So verlängert man einen Satz.
Phrygischer Halbschluss (in a-Moll)
In Moll: die Subdominante in der ersten Umkehrung fällt einen Halbton zur Dominante. Dieser Halbtonschritt im Bass klingt phrygisch — Barock und Flamenco.
Woran man sie erkennt
Auf den letzten Akkord achten. Tonika am Ende: Ganzschluss (von der Dominante) oder Plagalschluss (von der Subdominante). Dominante am Ende: Halbschluss. Dominante, die nicht zur Tonika geht: Trugschluss.
Akkordfolgen · Die andalusische Kadenz · Tonarten · Akkorde
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Anotona ansehenAlle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.