Noten lesen lernen
Was auf einem Notenblatt steht, in der Reihenfolge, in der man es braucht: welcher Ton, wie lang, in welchem Takt, mit welchen Vorzeichen — und warum das Klavier zwei Systeme hat.
Noten sind keine Geheimschrift, sondern zwei Fragen pro Note: welcher Ton — das sagt die Höhe auf den Linien — und wie lang — das sagt die Form. Alles andere sind Zusätze. Wer diese zwei Fragen beantworten kann, liest einfache Stücke nach einer Woche.
1. Die fünf Linien und der Schlüssel
Fünf Linien allein sagen nichts. Erst der Schlüssel am Anfang legt fest, welcher Ton wo liegt. Der Violinschlüssel setzt das g′ auf die zweite Linie, und von da aus ist es eine Leiter: jede Linie und jeder Zwischenraum ist der nächste Buchstabe. Hier die Tonleiter von c′ bis c′′, Note für Note benannt.
Die ganze Tafel aller Stellen, mit Eselsbrücke und Hilfslinien: Violinschlüssel. Für die tiefen Töne gibt es den Bassschlüssel. Dieselbe Leiter mit Silben statt Buchstaben: Solfège, do re mi.
2. Wie lang ein Ton klingt
Die Form der Note sagt die Dauer. Ein leerer Kopf ohne Hals ist eine ganze Note; mit Hals eine halbe; ein gefüllter Kopf mit Hals eine Viertel; mit Fähnchen eine Achtel. Jede der vier Zeilen hier dauert gleich lang — ein Takt — und ist nur anders geteilt.
Pausen haben dieselben Werte, nur ohne Ton: Viertelpause, Halbe Pause, Ganze Pause. Ein Punkt hinter der Note verlängert sie um die Hälfte: Punktierte Note. Alle Werte nebeneinander, mit Pausen und Zählweise: Notenwerte.
3. Der Takt
Die zwei Zahlen am Anfang sagen, wie gezählt wird. Die untere sagt, welche Note eine Zählzeit ist; die obere, wie viele davon in einen Takt passen. 4/4 heißt: vier Viertel je Takt — der häufigste Takt überhaupt. 3/4 ist der Walzer, 6/8 wiegt in Zweiergruppen.
Mehr dazu: 4/4-Takt, 3/4-Takt, 6/8-Takt, Auftakt. Und alle elf mit Metronom zum Mitzählen: Taktarten.
4. Vorzeichen
Ein Kreuz erhöht die Note um einen Halbton, ein b erniedrigt sie, ein Auflösungszeichen hebt beides wieder auf. Ein Vorzeichen gilt bis zum Taktstrich. Stehen Vorzeichen gleich hinter dem Schlüssel, gelten sie fürs ganze Stück — das ist die Tonart.
Jedes Zeichen einzeln: Kreuz, b (Be), Auflösungszeichen, Tonartvorzeichen. Welche Tonart wie viele Vorzeichen hat, zeigt der Quintenzirkel.
5. Für Klavier: zwei Systeme
Klaviernoten haben zwei Systeme, mit einer Klammer verbunden: oben der Violinschlüssel für die rechte Hand, unten der Bassschlüssel für die linke. Sie treffen sich genau beim eingestrichenen c — das liegt im oberen System eine Hilfslinie unter den Linien und im unteren eine darüber. Es ist dieselbe Taste.
Deshalb lohnt es sich, beide Schlüssel zu lernen und nicht nur einen. Wer den Bassschlüssel wegen der Hilfslinien vermeidet, liest die linke Hand ein Leben lang stockend. Zum Nachsehen, welche Taste gemeint ist: Klaviatur.
6. Alles Weitere
Bindebögen, Dynamik, Wiederholungszeichen, Verzierungen — das sind Zusätze, die man nachschlägt, wenn sie vorkommen. Sie ändern nicht, welcher Ton wie lang klingt; sie sagen, wie man ihn spielt.
Alle Zeichen auf einer Seite, mit Bild und Bedeutung: Notenzeichen. Zum Üben die einfachen Stücke mit Notenbild und Klang zum Mitlesen.
Mit Anotona geht das automatisch
Fotografiere ein Notenblatt oder spiel die Melodie vor — Anotona erkennt die Tonart, setzt die Noten und transponiert sie in jede andere. Kostenlos.
Anotona ansehenAlle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.