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Tonleitern

Kirchentonarten — die sieben Modi

Ionisch, Dorisch, Phrygisch, Lydisch, Mixolydisch, Äolisch, Lokrisch: dieselben sieben Töne, sieben Anfangstöne. Jeder Modus zum Anhören, mit Merkmalston, typischer Akkordfolge und der Vergleichstafel auf C.

Ein Modus ist eine Tonleiter, die aus den Tönen einer Durtonleiter gebaut ist, aber auf einer anderen Stufe beginnt. Die weißen Tasten von C bis C ergeben C-Dur. Dieselben weißen Tasten von D bis D ergeben D-Dorisch, von E bis E E-Phrygisch — und so weiter bis H-Lokrisch. Sieben Töne, sieben Anfänge, sieben Klangfarben. Die Namen stammen aus dem Mittelalter (daher »Kirchentonarten«), gebraucht werden sie heute im Jazz, im Rock, in der Filmmusik und in jeder Improvisation.

Wer einen Modus auf einem anderen Grundton braucht, findet jeden auf allen zwölf Tönen unter Tonleitern.

C-Ionisch (Dur)

Die weißen Tasten von C bis C — die erste Stufe von C-Dur als Grundton.

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Töne
C D E F G A H
Merkmal
keine — das ist die Durtonleiter
Typische Folge
I–IV–V–I: CFGC

Die Durtonleiter selbst. Hell, geschlossen, zu Hause.

C-Ionisch mit Griffen und Tastatur

D-Dorisch

Die weißen Tasten von D bis D — die zweite Stufe von C-Dur als Grundton.

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Töne
D E F G A H C
Merkmal
große 6. Stufe — anders als in Moll
Typische Folge
i–IV–i–IV: DmGDmG

Moll mit großer Sexte: dunkel, aber nicht traurig. Jazz (»So What«), Folk (»Scarborough Fair«), viel Funk.

D-Dorisch mit Griffen und Tastatur

E-Phrygisch

Die weißen Tasten von E bis E — die dritte Stufe von C-Dur als Grundton.

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Töne
E F G A H C D
Merkmal
♭2 — anders als in Moll
Typische Folge
i–♭II–i–♭II: EmFEmF

Moll mit kleiner Sekunde: spanisch, düster, Flamenco und Metal. Der Halbton direkt über dem Grundton ist das Kennzeichen.

E-Phrygisch mit Griffen und Tastatur

F-Lydisch

Die weißen Tasten von F bis F — die vierte Stufe von C-Dur als Grundton.

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Töne
F G A H C D E
Merkmal
♯4 — anders als in Dur
Typische Folge
I–II–I–II: FGFG

Dur mit übermäßiger Quarte: schwebend, träumerisch, Filmmusik. Die Titelmelodie der Simpsons beginnt lydisch.

F-Lydisch mit Griffen und Tastatur

G-Mixolydisch

Die weißen Tasten von G bis G — die fünfte Stufe von C-Dur als Grundton.

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Töne
G A H C D E F
Merkmal
♭7 — anders als in Dur
Typische Folge
I–♭VII–IV–I: GFCG

Dur mit kleiner Septime: Blues, Rock, Dudelsack. Die Folge I–♭VII–IV ist der Klang von »Sweet Home Alabama«.

G-Mixolydisch mit Griffen und Tastatur

A-Äolisch (natürliches Moll)

Die weißen Tasten von A bis A — die sechste Stufe von C-Dur als Grundton.

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Töne
A H C D E F G
Merkmal
♭6 und ♭7 — das natürliche Moll
Typische Folge
i–♭VI–♭VII–i: AmFGAm

Das natürliche Moll: traurig, ernst, die Moll-Tonleiter ohne erhöhte Stufen.

A-Äolisch mit Griffen und Tastatur

H-Lokrisch

Die weißen Tasten von H bis H — die siebte Stufe von C-Dur als Grundton.

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Töne
H C D E F G A
Merkmal
♭2 und ♭5 — der Grundakkord ist vermindert
Typische Folge
i°–♭II–i°–♭II: BdimCBdimC

Moll mit kleiner Sekunde und verminderter Quinte: der Grundakkord ist vermindert, nichts ruht. Als Tonart fast unbenutzt, als Farbe im Metal.

H-Lokrisch mit Griffen und Tastatur

Alle sieben auf C

Auf demselben Grundton hört man den Unterschied am besten: hervorgehoben ist, was vom Dur abweicht. Dorisch, Phrygisch, Äolisch und Lokrisch haben eine kleine Terz (Moll-Charakter), Ionisch, Lydisch und Mixolydisch eine große (Dur-Charakter).

Modus1234567
IonischCDEFGAH
DorischCDEsFGAB
PhrygischCDesEsFGAsB
LydischCDEFisGAH
MixolydischCDEFGAB
ÄolischCDEsFGAsB
LokrischCDesEsFGesAsB

Von hell nach dunkel

Jede erhöhte Stufe macht heller, jede erniedrigte dunkler. Lydisch hat als einziger eine erhöhte Stufe, Lokrisch fünf erniedrigte:

LydischIonischMixolydischDorischÄolischPhrygischLokrisch

Wie man einen Modus erkennt

Erst den Grundton finden — den Ton, auf dem das Stück ruht, meist der Bass des ersten und letzten Akkords. Dann die Terz darüber: klein heißt Moll-Familie, groß Dur-Familie. Dann der Merkmalston: große Sexte über Moll ist Dorisch, kleine Sekunde Phrygisch, erhöhte Quarte über Dur Lydisch, kleine Septime Mixolydisch. Wer die Töne lieber hört als zählt: die Gehörbildung.

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Alle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.