Kirchentonarten — die sieben Modi
Ionisch, Dorisch, Phrygisch, Lydisch, Mixolydisch, Äolisch, Lokrisch: dieselben sieben Töne, sieben Anfangstöne. Jeder Modus zum Anhören, mit Merkmalston, typischer Akkordfolge und der Vergleichstafel auf C.
Ein Modus ist eine Tonleiter, die aus den Tönen einer Durtonleiter gebaut ist, aber auf einer anderen Stufe beginnt. Die weißen Tasten von C bis C ergeben C-Dur. Dieselben weißen Tasten von D bis D ergeben D-Dorisch, von E bis E E-Phrygisch — und so weiter bis H-Lokrisch. Sieben Töne, sieben Anfänge, sieben Klangfarben. Die Namen stammen aus dem Mittelalter (daher »Kirchentonarten«), gebraucht werden sie heute im Jazz, im Rock, in der Filmmusik und in jeder Improvisation.
Wer einen Modus auf einem anderen Grundton braucht, findet jeden auf allen zwölf Tönen unter Tonleitern.
C-Ionisch (Dur)
Die weißen Tasten von C bis C — die erste Stufe von C-Dur als Grundton.
- Töne
- C D E F G A H
- Merkmal
- keine — das ist die Durtonleiter
Die Durtonleiter selbst. Hell, geschlossen, zu Hause.
D-Dorisch
Die weißen Tasten von D bis D — die zweite Stufe von C-Dur als Grundton.
- Töne
- D E F G A H C
- Merkmal
- große 6. Stufe — anders als in Moll
Moll mit großer Sexte: dunkel, aber nicht traurig. Jazz (»So What«), Folk (»Scarborough Fair«), viel Funk.
E-Phrygisch
Die weißen Tasten von E bis E — die dritte Stufe von C-Dur als Grundton.
- Töne
- E F G A H C D
- Merkmal
- ♭2 — anders als in Moll
Moll mit kleiner Sekunde: spanisch, düster, Flamenco und Metal. Der Halbton direkt über dem Grundton ist das Kennzeichen.
F-Lydisch
Die weißen Tasten von F bis F — die vierte Stufe von C-Dur als Grundton.
- Töne
- F G A H C D E
- Merkmal
- ♯4 — anders als in Dur
Dur mit übermäßiger Quarte: schwebend, träumerisch, Filmmusik. Die Titelmelodie der Simpsons beginnt lydisch.
G-Mixolydisch
Die weißen Tasten von G bis G — die fünfte Stufe von C-Dur als Grundton.
- Töne
- G A H C D E F
- Merkmal
- ♭7 — anders als in Dur
Dur mit kleiner Septime: Blues, Rock, Dudelsack. Die Folge I–♭VII–IV ist der Klang von »Sweet Home Alabama«.
A-Äolisch (natürliches Moll)
Die weißen Tasten von A bis A — die sechste Stufe von C-Dur als Grundton.
- Töne
- A H C D E F G
- Merkmal
- ♭6 und ♭7 — das natürliche Moll
Das natürliche Moll: traurig, ernst, die Moll-Tonleiter ohne erhöhte Stufen.
H-Lokrisch
Die weißen Tasten von H bis H — die siebte Stufe von C-Dur als Grundton.
- Töne
- H C D E F G A
- Merkmal
- ♭2 und ♭5 — der Grundakkord ist vermindert
Moll mit kleiner Sekunde und verminderter Quinte: der Grundakkord ist vermindert, nichts ruht. Als Tonart fast unbenutzt, als Farbe im Metal.
Alle sieben auf C
Auf demselben Grundton hört man den Unterschied am besten: hervorgehoben ist, was vom Dur abweicht. Dorisch, Phrygisch, Äolisch und Lokrisch haben eine kleine Terz (Moll-Charakter), Ionisch, Lydisch und Mixolydisch eine große (Dur-Charakter).
Von hell nach dunkel
Jede erhöhte Stufe macht heller, jede erniedrigte dunkler. Lydisch hat als einziger eine erhöhte Stufe, Lokrisch fünf erniedrigte:
Lydisch › Ionisch › Mixolydisch › Dorisch › Äolisch › Phrygisch › Lokrisch
Wie man einen Modus erkennt
Erst den Grundton finden — den Ton, auf dem das Stück ruht, meist der Bass des ersten und letzten Akkords. Dann die Terz darüber: klein heißt Moll-Familie, groß Dur-Familie. Dann der Merkmalston: große Sexte über Moll ist Dorisch, kleine Sekunde Phrygisch, erhöhte Quarte über Dur Lydisch, kleine Septime Mixolydisch. Wer die Töne lieber hört als zählt: die Gehörbildung.
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Anotona ansehenAlle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.