Tabulatur lesen
Sechs Linien sind sechs Saiten der Gitarre, die Zahl darauf ist der Bund. Mehr ist es nicht — und genau deshalb kann man Tabulatur in zwei Minuten lesen und Noten nicht.
Was die Zahlen bedeuten
Jede waagerechte Linie ist eine Saite. Oben steht die hohe E-Saite, unten die tiefe E-Saite — so, wie man auf das Griffbrett schaut, wenn man das Instrument im Arm hat. Wer das einmal verwechselt, spielt alles verkehrt herum.
Die Zahl auf einer Linie ist der Bund, den man drückt. 0 heißt: leere Saite, nichts drücken. x heißt: diese Saite bleibt stumm, sie wird nicht angeschlagen oder mit einem Finger abgedämpft.
Zahlen untereinander werden zusammen gespielt — das ist ein Akkord. Zahlen nebeneinander werden nacheinander gespielt — das ist eine Melodie oder ein Zupfmuster.
Die ersten Akkorde als Tabulatur
Was die Tabulatur NICHT sagt
Zwei Dinge stehen nicht darin, und beide fehlen wirklich.
Der Rhythmus. Eine Tabulatur sagt, welchen Bund man drückt, aber nicht, wie lange der Ton klingt. Wer das Stück nicht kennt, kann es nach der Tabulatur allein nicht spielen — nur nachspielen, wenn er es schon gehört hat. Manche Tabulaturen setzen deshalb Notenhälse unter die Zahlen; die meisten im Netz tun es nicht.
Der Ton. In der Tabulatur steht »3«, nicht »G«. Wer nur Tabulatur liest, lernt die Griffe, aber nicht das Griffbrett — und kann dasselbe Stück auf keinem anderen Instrument spielen.
Tabulatur oder Noten?
Beides zusammen ist die Antwort, und so werden Gitarrenhefte auch gedruckt: oben die Noten mit dem Rhythmus, darunter die Tabulatur mit dem Griff. Die Noten sagen, was klingt, die Tabulatur sagt, wo man hinfasst.
Wer nur eines lernen will, fängt mit der Tabulatur an — sie bringt einen heute zum Spielen. Aber Noten lesen kostet ein paar Wochen und öffnet alles andere.
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Anotona ansehenAlle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.