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Gitarre

Gitarrenstimmungen

Zehn Stimmungen für die Gitarre, jede mit ihren sechs Saiten, dem Abstand zur Standardstimmung und zum Anhören: welche Saite wohin, und was sich dadurch ändert.

Eine Stimmung sagt, auf welchen Ton jede der sechs Saiten gezogen wird. Die Standardstimmung E A D G B E ist die eine, mit der fast alles geschrieben ist; die neun anderen hier ändern einzelne Saiten oder alle zusammen — und damit, welche Griffe leicht werden und welche schwer. Jede Stimmung steht als Notenbild der sechs leeren Saiten und ist anzuhören.

Standardstimmung

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

E A D G H E — die Stimmung, in der Griffbilder, Tabulaturen und Lehrbücher gedacht sind. Die Abstände sind vier Quarten mit einer großen Terz dazwischen (zwischen der dritten und der zweiten Saite); genau diese eine Unregelmäßigkeit macht die gewohnten Griffe möglich.

SaiteTonHalbtöne gegenüber Standard
6EBleibt
5ABleibt
4DBleibt
3GBleibt
2HBleibt
1EBleibt

Drop D

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

D A D G H E — nur die tiefste Saite fällt um einen Ganzton. Damit liegt eine Quinte unter dem Akkord, und ein Finger über die drei tiefen Saiten gibt ein Powerchord. In Rock und Metal die häufigste Abweichung, weil sonst alles bleibt, wie es war.

SaiteTonHalbtöne gegenüber Standard
6D−2
5ABleibt
4DBleibt
3GBleibt
2HBleibt
1EBleibt

Einen Halbton tiefer

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Es As Des Ges B Es — alle sechs Saiten einen Halbton herunter. Die Griffe bleiben dieselben, alles klingt einen Halbton tiefer: für Sängerinnen und Sänger, denen ein Lied zu hoch liegt, und für einen etwas weicheren Anschlag.

SaiteTonHalbtöne gegenüber Standard
6Es−1
5As−1
4Des−1
3Ges−1
2B−1
1Es−1

Einen Ganzton tiefer

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

D G C F A D — alle sechs Saiten einen Ganzton herunter. Dieselbe Rechnung wie beim Halbton, nur weiter, und die Saiten werden spürbar lockerer. Wer oft so spielt, nimmt dickere Saiten.

SaiteTonHalbtöne gegenüber Standard
6D−2
5G−2
4C−2
3F−2
2A−2
1D−2

Drop C

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

C G C F A D — erst alles einen Ganzton herunter, dann die tiefste Saite noch einen Ganzton weiter. Das Griffbild der Powerchords von Drop D bleibt, der Klang wird erheblich tiefer.

SaiteTonHalbtöne gegenüber Standard
6C−4
5G−2
4C−2
3F−2
2A−2
1D−2

DADGAD

Leere Saiten: Dsus4

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

D A D G A D — die leeren Saiten ergeben Dsus4, einen Akkord ohne Terz, der weder nach Dur noch nach Moll klingt. Deshalb passt er zu Dudelsackmelodien und zu allem Modalen; in der keltischen Musik ist DADGAD die Regel.

SaiteTonHalbtöne gegenüber Standard
6D−2
5ABleibt
4DBleibt
3GBleibt
2A−2
1D−2

Open G

Leere Saiten: G-Dur

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

D G D G H D — leer angeschlagen G-Dur. Die Stimmung des Bottleneck-Blues und, ohne die tiefste Saite, die von Keith Richards. Ein Finger quer über den fünften Bund gibt den Akkord der Subdominante, über den siebten den der Dominante.

SaiteTonHalbtöne gegenüber Standard
6D−2
5G−2
4DBleibt
3GBleibt
2HBleibt
1D−2

Open D

Leere Saiten: D-Dur

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

D A D Fis A D — leer angeschlagen D-Dur, oft »Vestapol« genannt. Voller als Open G, weil die tiefste Saite den Grundton trägt; die Stimmung vieler alter Blues- und Slide-Aufnahmen.

SaiteTonHalbtöne gegenüber Standard
6D−2
5ABleibt
4DBleibt
3Fis−1
2A−2
1D−2

Open E

Leere Saiten: E-Dur

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

E H E Gis H E — dieselben Abstände wie Open D, nur einen Ganzton höher: leer E-Dur. Drei Saiten müssen dafür hinaufgezogen werden, was sie stärker belastet — viele stimmen deshalb lieber Open D und setzen einen Kapo in den zweiten Bund.

SaiteTonHalbtöne gegenüber Standard
6EBleibt
5H+2
4E+2
3Gis+1
2HBleibt
1EBleibt

Open C

Leere Saiten: C-Dur

Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

C G C G C E — leer C-Dur, mit dem Grundton auf drei Saiten. Die tiefste Saite fällt um zwei Ganztöne und wird sehr locker; dafür klingt die Stimmung breit und orchestral.

SaiteTonHalbtöne gegenüber Standard
6C−4
5G−2
4C−2
3GBleibt
2C+1
1EBleibt

Wie man umstimmt

Immer von der tiefsten Saite aufwärts und immer von unten an den Zielton heran: eine Saite, die man von oben herunterlässt, rutscht nach. Wer ein Stimmgerät benutzt, stellt es auf den chromatischen Modus — sonst sucht es die Standardsaiten. Nach dem Umstimmen ändert sich die Saitenspannung, und die schon gestimmten Saiten gehen wieder mit: zweimal durchgehen.

Was eine offene Stimmung ist

In einer offenen Stimmung ergeben die sechs leeren Saiten zusammen einen Akkord — angeschlagen, ohne zu greifen. Ein Finger quer über alle Saiten gibt dann schon den nächsten Akkord, und genau davon lebt das Bottleneck-Spiel. Der Preis: die gewohnten Griffe stimmen nicht mehr.

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Alle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.