Gitarrenstimmungen
Zehn Stimmungen für die Gitarre, jede mit ihren sechs Saiten, dem Abstand zur Standardstimmung und zum Anhören: welche Saite wohin, und was sich dadurch ändert.
Eine Stimmung sagt, auf welchen Ton jede der sechs Saiten gezogen wird. Die Standardstimmung E A D G B E ist die eine, mit der fast alles geschrieben ist; die neun anderen hier ändern einzelne Saiten oder alle zusammen — und damit, welche Griffe leicht werden und welche schwer. Jede Stimmung steht als Notenbild der sechs leeren Saiten und ist anzuhören.
Standardstimmung
E A D G H E — die Stimmung, in der Griffbilder, Tabulaturen und Lehrbücher gedacht sind. Die Abstände sind vier Quarten mit einer großen Terz dazwischen (zwischen der dritten und der zweiten Saite); genau diese eine Unregelmäßigkeit macht die gewohnten Griffe möglich.
| Saite | Ton | Halbtöne gegenüber Standard |
|---|---|---|
| 6 | E | Bleibt |
| 5 | A | Bleibt |
| 4 | D | Bleibt |
| 3 | G | Bleibt |
| 2 | H | Bleibt |
| 1 | E | Bleibt |
Drop D
D A D G H E — nur die tiefste Saite fällt um einen Ganzton. Damit liegt eine Quinte unter dem Akkord, und ein Finger über die drei tiefen Saiten gibt ein Powerchord. In Rock und Metal die häufigste Abweichung, weil sonst alles bleibt, wie es war.
| Saite | Ton | Halbtöne gegenüber Standard |
|---|---|---|
| 6 | D | −2 |
| 5 | A | Bleibt |
| 4 | D | Bleibt |
| 3 | G | Bleibt |
| 2 | H | Bleibt |
| 1 | E | Bleibt |
Einen Halbton tiefer
Es As Des Ges B Es — alle sechs Saiten einen Halbton herunter. Die Griffe bleiben dieselben, alles klingt einen Halbton tiefer: für Sängerinnen und Sänger, denen ein Lied zu hoch liegt, und für einen etwas weicheren Anschlag.
| Saite | Ton | Halbtöne gegenüber Standard |
|---|---|---|
| 6 | Es | −1 |
| 5 | As | −1 |
| 4 | Des | −1 |
| 3 | Ges | −1 |
| 2 | B | −1 |
| 1 | Es | −1 |
Einen Ganzton tiefer
D G C F A D — alle sechs Saiten einen Ganzton herunter. Dieselbe Rechnung wie beim Halbton, nur weiter, und die Saiten werden spürbar lockerer. Wer oft so spielt, nimmt dickere Saiten.
| Saite | Ton | Halbtöne gegenüber Standard |
|---|---|---|
| 6 | D | −2 |
| 5 | G | −2 |
| 4 | C | −2 |
| 3 | F | −2 |
| 2 | A | −2 |
| 1 | D | −2 |
Drop C
C G C F A D — erst alles einen Ganzton herunter, dann die tiefste Saite noch einen Ganzton weiter. Das Griffbild der Powerchords von Drop D bleibt, der Klang wird erheblich tiefer.
| Saite | Ton | Halbtöne gegenüber Standard |
|---|---|---|
| 6 | C | −4 |
| 5 | G | −2 |
| 4 | C | −2 |
| 3 | F | −2 |
| 2 | A | −2 |
| 1 | D | −2 |
DADGAD
Leere Saiten: Dsus4
D A D G A D — die leeren Saiten ergeben Dsus4, einen Akkord ohne Terz, der weder nach Dur noch nach Moll klingt. Deshalb passt er zu Dudelsackmelodien und zu allem Modalen; in der keltischen Musik ist DADGAD die Regel.
| Saite | Ton | Halbtöne gegenüber Standard |
|---|---|---|
| 6 | D | −2 |
| 5 | A | Bleibt |
| 4 | D | Bleibt |
| 3 | G | Bleibt |
| 2 | A | −2 |
| 1 | D | −2 |
Open G
Leere Saiten: G-Dur
D G D G H D — leer angeschlagen G-Dur. Die Stimmung des Bottleneck-Blues und, ohne die tiefste Saite, die von Keith Richards. Ein Finger quer über den fünften Bund gibt den Akkord der Subdominante, über den siebten den der Dominante.
| Saite | Ton | Halbtöne gegenüber Standard |
|---|---|---|
| 6 | D | −2 |
| 5 | G | −2 |
| 4 | D | Bleibt |
| 3 | G | Bleibt |
| 2 | H | Bleibt |
| 1 | D | −2 |
Open D
Leere Saiten: D-Dur
D A D Fis A D — leer angeschlagen D-Dur, oft »Vestapol« genannt. Voller als Open G, weil die tiefste Saite den Grundton trägt; die Stimmung vieler alter Blues- und Slide-Aufnahmen.
| Saite | Ton | Halbtöne gegenüber Standard |
|---|---|---|
| 6 | D | −2 |
| 5 | A | Bleibt |
| 4 | D | Bleibt |
| 3 | Fis | −1 |
| 2 | A | −2 |
| 1 | D | −2 |
Open E
Leere Saiten: E-Dur
E H E Gis H E — dieselben Abstände wie Open D, nur einen Ganzton höher: leer E-Dur. Drei Saiten müssen dafür hinaufgezogen werden, was sie stärker belastet — viele stimmen deshalb lieber Open D und setzen einen Kapo in den zweiten Bund.
| Saite | Ton | Halbtöne gegenüber Standard |
|---|---|---|
| 6 | E | Bleibt |
| 5 | H | +2 |
| 4 | E | +2 |
| 3 | Gis | +1 |
| 2 | H | Bleibt |
| 1 | E | Bleibt |
Open C
Leere Saiten: C-Dur
C G C G C E — leer C-Dur, mit dem Grundton auf drei Saiten. Die tiefste Saite fällt um zwei Ganztöne und wird sehr locker; dafür klingt die Stimmung breit und orchestral.
| Saite | Ton | Halbtöne gegenüber Standard |
|---|---|---|
| 6 | C | −4 |
| 5 | G | −2 |
| 4 | C | −2 |
| 3 | G | Bleibt |
| 2 | C | +1 |
| 1 | E | Bleibt |
Wie man umstimmt
Immer von der tiefsten Saite aufwärts und immer von unten an den Zielton heran: eine Saite, die man von oben herunterlässt, rutscht nach. Wer ein Stimmgerät benutzt, stellt es auf den chromatischen Modus — sonst sucht es die Standardsaiten. Nach dem Umstimmen ändert sich die Saitenspannung, und die schon gestimmten Saiten gehen wieder mit: zweimal durchgehen.
Was eine offene Stimmung ist
In einer offenen Stimmung ergeben die sechs leeren Saiten zusammen einen Akkord — angeschlagen, ohne zu greifen. Ein Finger quer über alle Saiten gibt dann schon den nächsten Akkord, und genau davon lebt das Bottleneck-Spiel. Der Preis: die gewohnten Griffe stimmen nicht mehr.
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Anotona ansehenAlle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.