Vorzeichen
Fünf Zeichen, die einen Ton umstimmen — jedes auf demselben Ton, jedes zum Anhören: erst blank, dann mit dem Zeichen.
Ein Vorzeichen ändert die Tonhöhe der Note, vor der es steht. Wie weit, ist in jedem Fall dasselbe: ein Halbton, beim doppelten zwei. Das lässt sich nicht erklären, nur hören — deshalb zeigt jedes Bild auf dieser Seite denselben Ton zweimal, erst blank und dann mit dem Zeichen davor.
Der Ton ist immer derselbe, und das ist Absicht: so ist das Zeichen das Einzige, was sich unterscheidet. Ein Kreuz hebt um einen Halbton, ein b senkt um einen, das Doppelkreuz hebt um zwei, das Doppel-b senkt um zwei. Das Auflösungszeichen hat als einziges keinen eigenen Abstand — es nimmt zurück, was vorher dastand, und stellt den blanken Ton wieder her.
Kreuz
Hebt den Ton um einen Halbton. Das häufigste der fünf Zeichen: es steht in Tonarten mit Kreuzen am Zeilenanfang und mitten im Takt überall dort, wo ein Ton außerhalb der Tonart gebraucht wird. Im Namen des erhöhten Tons erscheint es als Endung — aus dem Stammton wird der Ton mit der Silbe dahinter.
Erst der Ton ohne Zeichen, dann derselbe Ton mit dem Zeichen
b (Be)
Senkt den Ton um einen Halbton, das Gegenstück zum Kreuz. Gedruckt sieht es aus wie ein kleines b, und genau daher hat es im Deutschen seinen Namen. In Tonarten mit b am Zeilenanfang und überall im Takt, wo ein Ton einen Halbton tiefer gebraucht wird.
Erst der Ton ohne Zeichen, dann derselbe Ton mit dem Zeichen
Auflösungszeichen
Nimmt ein Vorzeichen zurück und stellt den blanken Ton wieder her. Als einziges der fünf hat es keinen festen Abstand: nach einem Kreuz senkt es um einen Halbton, nach einem Doppelkreuz um zwei. Es wirkt auf alles, was vorher gilt — auf das Zeichen im Takt wie auf das der Tonart.
Erst der Ton ohne Zeichen, dann derselbe Ton mit dem Zeichen
Doppelkreuz
Hebt den Ton um zwei Halbtöne, also um einen Ganzton. Es sieht aus wie ein kleines Kreuz aus vier Keilen und steht dort, wo ein bereits erhöhter Ton noch einmal erhöht werden muss — in Tonarten mit vielen Kreuzen und in Harmonien, die auf einen Leitton zielen. Geschrieben wird es, damit der Tonname stimmt, nicht weil es bequem wäre.
Erst der Ton ohne Zeichen, dann derselbe Ton mit dem Zeichen
Doppel-b
Senkt den Ton um zwei Halbtöne. Zwei b nebeneinander, und dieselbe Logik wie beim Doppelkreuz, nur nach unten: der Ton hat auf der Klaviatur einen viel einfacheren Namen, aber im Zusammenhang der Tonart wäre der falsch. Selten, und wenn, dann mit gutem Grund.
Erst der Ton ohne Zeichen, dann derselbe Ton mit dem Zeichen
Wie lange ein Vorzeichen gilt
Ein Kreuz auf der ersten Note — alle vier Töne des Takts klingen erhöht
Das ist der Punkt, an dem fast jeder einmal falsch liest: Ein Vorzeichen gilt nicht nur für die eine Note daneben, sondern bis zum nächsten Taktstrich — für jede weitere Note derselben Tonhöhe im selben Takt. Im Bild trägt nur die erste Note ein Kreuz, und trotzdem klingen alle vier Töne des ersten Takts erhöht. Im zweiten Takt steht kein Zeichen, und dort klingt der Ton wieder blank.
Deshalb schreibt niemand das Kreuz viermal hin. Und deshalb steht in guten Ausgaben manchmal ein Auflösungszeichen da, wo es streng genommen überflüssig wäre: im nächsten Takt, zur Sicherheit, damit niemand das Kreuz von oben noch im Ohr hat. Ein solches Zeichen heißt Warnungs- oder Vorsichtszeichen und steht gelegentlich in Klammern.
Das Vorzeichen am Zeilenanfang
Ein Kreuz am Zeilenanfang — vier erhöhte Töne in zwei Lagen
Ganz vorn, direkt hinter dem Notenschlüssel, steht etwas, das genauso aussieht und doch anders gilt: das Vorzeichen der Tonart. Es gilt nicht bis zum Taktstrich, sondern für das ganze Stück, in jeder Oktave und in jedem Takt — bis eine neue Tonart angeschrieben wird.
Im Bild steht ein einziges Kreuz am Anfang. Danach kommen vier Noten in zwei verschiedenen Lagen, und alle vier klingen erhöht, obwohl bei keiner ein Zeichen steht. Das ist der ganze Unterschied: Das Versetzungszeichen im Takt gilt für eine Tonhöhe bis zum Taktstrich, das Vorzeichen der Tonart für einen Tonnamen in allen Lagen.
Welche Tonart wie viele Vorzeichen hat
Wie viele Kreuze oder b in welcher Reihenfolge am Zeilenanfang stehen, entscheidet die Tonart. Das steht nicht hier, sondern bei den Tonarten — dort ist zu jeder Tonart das Vorzeichenbild abgebildet, und der Quintenzirkel zeigt, warum es gerade diese Reihenfolge ist. Aus welchen Tönen die Tonleiter dann gebaut wird, steht bei den Tonleitern.
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Anotona ansehenAlle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.