Enharmonische Verwechslung
Fünf Paare zum Anhören: zweimal dieselbe Taste, zweimal ein anderes Notenbild. Der Klang ist gleich, die Schreibung nicht.
Zwischen C und D liegt auf dem Klavier genau eine schwarze Taste. Aufgeschrieben ist sie zwei Dinge: ein erhöhtes C oder ein erniedrigtes D. Beide Schreibungen klingen gleich — man nennt sie enharmonisch verwechselt.
Auf dieser Seite steht jedes Paar zweimal nebeneinander. Wer beide Bilder anhört, hört denselben Ton; wer sie ansieht, sieht zwei verschiedene Noten: der Kopf sitzt eine Stufe höher oder tiefer, und davor steht ein anderes Vorzeichen. Genau dieser Unterschied ist hier nachgemessen — die Tonhöhe aus dem Klang, die Lage des Notenkopfs und das Vorzeichen aus dem gestochenen Bild.
Die Schreibung ist dabei keine Geschmackssache. Sie sagt, woher der Ton kommt und wohin er will: in einer Tonart mit Kreuzen heißt er so, in einer mit Ben anders, und in einer Akkordfolge wird er nach seiner Rolle benannt. Wer die falsche Schreibung wählt, spielt zwar richtig, schreibt aber etwas anderes hin als gemeint.
Die schwarze Taste
Der häufigste Fall und der einfachste: die Taste zwischen zwei Stammtönen hat keinen eigenen Buchstaben, also borgt sie sich einen von den Nachbarn — einmal von unten mit Erhöhung, einmal von oben mit Erniedrigung. Im Bild springt der Notenkopf dabei eine Stufe, und das Vorzeichen wechselt die Richtung.
Ein Kreuz auf einer weißen Taste
Zwischen E und F liegt keine schwarze Taste, der Abstand ist schon ein Halbton. Ein erhöhtes E landet deshalb auf der Taste, die ohnehin F heißt. Das sieht überflüssig aus und ist es nicht: in einer Tonleiter, die ein E braucht, steht das erhöhte E — sonst käme derselbe Buchstabe zweimal vor und ein anderer gar nicht.
Über die Oktavgrenze
Dasselbe am oberen Rand der Oktave: von H nach C ist es ein Halbton, also fällt ein erhöhtes H auf das C darüber. Hier wandert der Notenkopf nicht nur eine Stufe, er wechselt die Oktave — im Klang ist davon nichts zu merken, im Bild alles.
Ein Be auf einer weißen Taste
Und in der Gegenrichtung: ein erniedrigtes C fällt auf die Taste darunter. Der Notenkopf steht dann eine Stufe höher als der gleich klingende Nachbar, und davor steht ein Be. Solche Schreibungen sind selten, aber sie sind kein Fehler — sie kommen vor, wo die Tonart sie verlangt.
Das Doppelkreuz
Zwei Erhöhungen auf einmal heben den Ton um einen ganzen Schritt: der Kopf bleibt auf seiner Stufe, gegriffen wird die Taste des Nachbarn. Das Doppelkreuz sieht aus wie ein kleines Andreaskreuz und steht fast nur dort, wo eine Tonleiter mit vielen Kreuzen ihre Stufen beisammenhalten muss.
Zwei Tonarten, dieselben Tasten
Was für einen einzelnen Ton gilt, gilt für eine ganze Tonart. Fis-Dur und Ges-Dur greifen Taste für Taste dasselbe — sie klingen nicht ähnlich, sondern gleich. Im Notenbild steht die eine mit sechs Kreuzen da, die andere mit sechs Ben.
Welche man nimmt, entscheidet, was drumherum steht: ein Stück, das aus H-Dur kommt, schreibt weiter Kreuze; eines, das nach Des-Dur will, schreibt Be. Beide Male klingt es gleich, und beide Male ist nur eine der Schreibungen die naheliegende.
Was daneben steht
Welche Zeichen den Ton erhöhen und erniedrigen und wie lange sie gelten, steht bei den Vorzeichen. Welche Tonart wie viele davon hat und wie sie zusammenhängen, steht bei den Tonarten.
Notenzeichen · Tonarten · Notenlexikon
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Anotona ansehenAlle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.