Punktierte Noten
Fünf Fälle, jeder zweimal zum Anhören: erst die Note ohne Punkt, dann dieselbe mit Punkt — und der Takt bleibt gleich lang.
Ein Punkt hinter dem Notenkopf ist das sparsamste Zeichen der ganzen Notenschrift. Er sagt: und noch einmal die Hälfte davon. Aus der halben Note werden drei Viertel, aus der Viertel drei Achtel, aus der Achtel drei Sechzehntel.
Das ist kein fester Zuwachs, sondern ein Verhältnis: wie viel der Punkt hinzufügt, hängt davon ab, wie lang die Note ohne ihn wäre. Deshalb steht auf dieser Seite jeder Fall zweimal — einmal blank, einmal mit Punkt —, und beide Male liegt der Ton auf derselben Höhe. Hörbar ist allein die Dauer. Der Takt bleibt dabei genau so lang wie vorher; was der Punkt der Note gibt, nimmt er den Pausen dahinter.
Punktierte Halbe
Aus zwei Vierteln werden drei. Im Dreivierteltakt füllt sie den ganzen Takt und ist dort der Normalfall — ein einziger Ton, der über alle drei Schläge liegt. Im Viervierteltakt bleibt hinter ihr genau ein Viertel übrig, und daraus entsteht eines der häufigsten Taktbilder überhaupt.
Punktierte Viertel
Aus zwei Achteln werden drei. Das ist der Punkt, den man am häufigsten sieht: zusammen mit einem Achtel dahinter füllt er zwei Schläge und ergibt das lange-kurz-Muster, das jeder Marsch und jede zweite Ballade hat. Wer ihn gleichmäßig spielt, macht aus dem Gang ein Schlendern.
Punktierte Achtel
Aus zwei Sechzehnteln werden drei. Dieselbe Teilung eine Ebene tiefer, und die kurze Note dahinter wird sehr kurz — so kurz, dass der Unterschied zur Triole verschwimmt, wenn man nicht genau hinhört. Gedruckt ist beides deutlich verschieden, gespielt oft weniger.
Doppelt punktierte Note
Ein zweiter Punkt legt noch einmal die Hälfte des ersten drauf, also ein Viertel des Grundwerts. Zusammen sind das sieben Achtel der ursprünglichen Note: fast alles, aber eben nicht ganz. Die Reststücke dahinter werden entsprechend winzig, und genau davon lebt die Schärfe barocker Ouvertüren.
Punktierte Pause
Der Punkt wirkt auf Pausen genauso wie auf Noten — nur hört man ihn nicht, man merkt ihn am Warten. Im Bild sind die beiden Töne links und rechts dieselben; verschoben hat sich allein, wann der zweite kommt. In älteren Ausgaben wurde die punktierte Pause gemieden und stattdessen zwei Pausen geschrieben, heute steht sie überall.
Der punktierte Rhythmus
Erst acht gleichmäßige Achtel, dann derselbe Takt punktiert
Die häufigste Verwendung ist gar kein einzelner langer Ton, sondern ein Paar: eine punktierte Note und eine kurze dahinter, immer wieder. Lang–kurz, lang–kurz. Beide Reihen im Bild dauern gleich lang und haben denselben Puls — die eine teilt ihn gleichmäßig, die andere in drei zu eins.
Dieses Muster trägt halbe Musikgeschichte: die französische Ouvertüre lebt davon, ebenso der Marsch und ein guter Teil dessen, was im Pop als „geradlinig" gilt. Wer es gleichmäßig spielt, spielt etwas anderes — und wer es hört, merkt es sofort, auch ohne es benennen zu können.
Wo der Punkt die Regel ist
Sechs Achtel, dann dieselbe Zeit als zwei punktierte Viertel
In zusammengesetzten Takten ist die punktierte Note keine Ausnahme, sondern die Zählzeit selbst. Im 6/8-Takt zählt man nicht sechs Achtel, sondern zwei Schläge zu je drei — und ein Schlag ist genau eine punktierte Viertel. Das Bild zeigt beides hintereinander: erst die sechs Achtel, dann die zwei Schläge, die sie zusammenfassen.
Deshalb sieht man in solchen Takten überall Punkte, ohne dass etwas Besonderes gemeint wäre. Und deshalb braucht es dort die Duole, wenn einmal doch zwei statt drei gespielt werden sollen.
Welche Notenwerte es gibt
Der Punkt ändert einen Notenwert, er ersetzt ihn nicht. Welche Werte es gibt — ganze, halbe, Viertel-, Achtelnoten und ihre Pausen — steht bei den Notenwerte. Welcher Takt wie gezählt wird und warum der 6/8 anders zählt als der 3/4, steht bei den Taktarten.
Notenzeichen · Notenwerte · Notenlexikon
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Anotona ansehenAlle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.