Arpeggio
Fünf Fälle zum Anhören: derselbe Akkord einmal auf einen Schlag, einmal gebrochen. Dieselben Töne, ein anderer Einsatz.
Ein Akkord steht im Notenbild als Säule: alle Köpfe übereinander, alle Töne zugleich. Die Wellenlinie links davor sagt, dass sie nicht zugleich kommen sollen, sondern rasch nacheinander von unten nach oben. Das Wort kommt vom italienischen arpa, der Harfe — die kann gar nicht anders, als einen Akkord so zu greifen.
Auf dieser Seite steht jeder Fall zweimal nebeneinander: links ohne Zeichen, rechts mit. Wer beide anhört, hört dieselben Töne und einen anderen Anfang. Das ist der Unterschied zu den meisten Zeichen auf diesen Seiten: hier ändert sich wirklich der Klang und nicht nur das Bild. Nachgemessen ist beides — die Einsatzzeiten aus dem Klang, die Wellenlinie und die Lage der Köpfe aus dem gestochenen Bild.
Der Akkord wird dabei nicht länger. Die Töne setzen versetzt ein und enden gemeinsam; am Ende steht derselbe Klang, nur ist er anders hineingekommen.
Der Akkord ohne Zeichen
Vier Köpfe übereinander, ein Einsatz: so sieht ein Akkord aus, wenn nichts weiter dabeisteht. Alle Töne beginnen zugleich und hören zugleich auf. Dieses Bild ist der Vergleichspunkt für alles Folgende — rechts daneben steht dasselbe noch einmal, und dort ist es genau dieser eine Einsatz, der sich ändert.
Von unten nach oben
Dieselben vier Töne, jetzt mit der Wellenlinie. Im Klang setzen sie nacheinander ein, von unten nach oben, und der Abstand ist so klein, dass es noch wie ein Akkord klingt und nicht wie eine Tonleiter. Der Pfeil an der Spitze ist nicht nötig, wenn ohnehin aufwärts gebrochen wird; manche Ausgaben setzen ihn trotzdem, um keinen Zweifel zu lassen.
Von oben nach unten
Derselbe Akkord, der Pfeil zeigt nach unten. Jetzt kommt der höchste Ton zuerst und der tiefste zuletzt. Das ist deutlich seltener und steht meist da, wo ein Bass nachklingen soll oder wo die Hand von oben kommt. Wer die beiden Bilder nacheinander anhört, hört den Unterschied sofort — dieselben Töne, aber die Bewegung läuft rückwärts.
Der weit gespannte Akkord
Hier liegen die Töne über zwei Oktaven auseinander, im Bassschlüssel. Eine Hand greift das nicht auf einmal, und genau dafür gibt es das Zeichen: die Welle macht aus einem unspielbaren Griff einen spielbaren. Im Klaviersatz steht es deshalb besonders oft, und dort meist ohne Pfeil.
Das Zeichen gilt für einen Akkord
Zwei Akkorde hintereinander, und nur vor dem ersten steht eine Welle. Der zweite bleibt eine Säule. Das ist die Antwort auf eine häufige Frage: das Zeichen gilt für den Akkord, vor dem es steht, und nicht für den Takt und nicht für die Stelle. Wer den nächsten auch gebrochen haben will, schreibt eine zweite Welle hin.
Wie schnell und wie herum
Wie schnell gebrochen wird, steht nirgends. Es hängt vom Tempo ab, vom Instrument und vom Charakter der Stelle: bei einem ruhigen Schluss darf die Welle Zeit lassen, mitten in einer schnellen Passage ist sie fast ein Anschlag. Eine Regel gibt es doch — der oberste Ton soll auf der Zählzeit sitzen, wenn die Melodie dort liegt, und der unterste, wenn der Bass zählt. Beides steht in guten Ausgaben nicht da; es ist Sache des Spielers.
Die Richtung dagegen steht da. Ohne Pfeil wird von unten nach oben gebrochen, das ist der Normalfall. Ein Pfeil nach unten am Ende der Welle dreht das um: dann kommt der höchste Ton zuerst. Auf dieser Seite sind beide Fälle zu hören, und im Klang stehen die Tonhöhen tatsächlich in umgekehrter Reihenfolge.
Was daneben steht
Aus welchen Tönen ein Akkord besteht und welche es gibt: Artikulation. Andere Zeichen, die vorschreiben, wie ein Ton gespielt wird statt welcher: Verzierungen.
Notenzeichen · Artikulation · Verzierungen · Notenlexikon
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Anotona ansehenAlle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.