Oktavierungszeichen
Fünf Fälle zum Anhören: dieselben Töne einmal mit Hilfslinien, einmal mit dem Zeichen. Der Klang bleibt, das Notenbild wandert.
Ein Ton weit über dem System braucht Hilfslinien, und ab der dritten zählt sie beim Spielen niemand mehr. Dagegen gibt es ein Zeichen: 8va über den Noten heißt »eine Oktave höher als gestochen«, 8vb darunter »eine Oktave tiefer«, 15ma gleich zwei Oktaven.
Auf dieser Seite steht jeder Fall zweimal nebeneinander: links ohne Zeichen, rechts mit. Wer beide anhört, hört denselben Ton — das ist der Punkt. Was sich ändert, steht allein im Bild: jeder Notenkopf, den das Zeichen erfasst, wandert um genau sieben Stufen, also um eine Oktave. Nachgemessen ist beides, die Tonhöhe aus dem Klang und die Lage der Köpfe aus dem gestochenen Bild.
Das Zeichen ist damit kein Befehl an die Hand, sondern eine Lesehilfe fürs Auge. Es ändert nichts an der Musik, nur daran, wie bequem sie dasteht.
Eine Oktave höher: 8va
Vier Töne hoch über dem System: ohne Zeichen hängen sie an Hilfslinien, die beim Lesen erst gezählt werden müssen. Mit 8va rückt dieselbe Stelle ins System hinunter und ist auf einen Blick zu erfassen. Angeschlagen werden in beiden Bildern dieselben Tasten — man hört keinen Unterschied, weil keiner da ist.
Eine Oktave tiefer: 8vb
Dasselbe nach unten, hier im Bassschlüssel. Ein 8vb unter den Noten schiebt das Bild um eine Oktave nach oben, und die Hilfslinien darunter verschwinden. Wer nur das rechte Bild sieht, spielt trotzdem die tiefen Töne: das Zeichen steht ja dabei.
Zwei Oktaven: 15ma
Ganz oben reicht eine Oktave nicht mehr. Dann steht 15ma da — nicht »16ma«, denn gezählt werden die Stufen von unten bis oben, und zwei Oktaven übereinander teilen sich einen Ton in der Mitte. Auch dieses Zeichen ist nur eine Lesehilfe: gegriffen wird dieselbe Taste wie links.
Wo das Zeichen aufhört
Das Zeichen gilt so lange, wie seine gestrichelte Linie reicht. Hier hört sie nach dem zweiten Ton auf — und tatsächlich wandern nur die ersten beiden Köpfe, die letzten beiden stehen in beiden Bildern an derselben Stelle. Genau das ist die Probe darauf, ob eine Ausgabe das Ende sauber gesetzt hat.
Der Schlüssel mit der kleinen Acht
Der letzte Fall geht andersherum. Die kleine Acht unter dem Violinschlüssel gilt nicht für eine Strecke, sondern für das ganze Stück, und sie steht in fast jedem Gitarrennotenblatt: was dort geschrieben ist, klingt eine Oktave tiefer. Beide Bilder hier klingen gleich — nur steht die Musik rechts eine Oktave höher im Papier, weil der Schlüssel sie wieder herunterholt.
Wie weit das Zeichen gilt
Hinter 8va läuft eine gestrichelte Linie, und am Ende steht ein kleiner Haken nach unten. So weit gilt das Zeichen und keinen Ton weiter — wo der Haken steht, wird wieder gelesen, wie gestochen ist. Manche Ausgaben schreiben dort zusätzlich loco, italienisch für »am Ort«.
Fehlt der Haken, ist die Stelle mehrdeutig, und mehrdeutig ist im Notensatz dasselbe wie falsch. Deshalb hat der vierte Fall hier absichtlich eine kurze Strecke: das Zeichen hört mitten im Takt auf, und die beiden letzten Töne stehen genau da, wo sie ohne es stünden.
Was daneben steht
Welcher Schlüssel welche Linie festlegt und warum es mehrere gibt: Notenschlüssel. Was eine Oktave überhaupt ist und wie sie neben den anderen Abständen liegt: Intervalle.
Notenzeichen · Intervalle · Notenlexikon
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Anotona ansehenAlle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.