Deutsch

Notenzeichen

Tremolo

Fünf Fälle zum Anhören: dieselbe Note einmal einmal angeschlagen, einmal mit Strichen am Hals. Ein Kopf, viele Anschläge.

Ein Querstrich am Notenhals sagt, dass die Note nicht einmal angeschlagen wird, sondern so oft, wie in ihre Dauer passt. Es sind dieselben Striche wie am Fähnchen einer kurzen Note, nur quer gelegt: einer heißt Achtel, zwei heißen Sechzehntel, drei Zweiunddreißigstel. Das Wort kommt aus dem Italienischen und heißt schlicht »Zittern«.

Auf dieser Seite steht jeder Fall zweimal nebeneinander: links die blanke Note, rechts dieselbe mit den Strichen. Wer beide anhört, hört denselben Ton und eine andere Bewegung. Nachgemessen ist beides — der Abstand zwischen den Anschlägen aus dem Klang, die Striche und die Zahl der Köpfe aus dem gestochenen Bild.

Der Kopf bleibt dabei einer, und die Note wird nicht länger. Sie füllt dieselbe Zeit, nur nicht mehr mit einem Anschlag, sondern mit vielen.

Ein Strich

Eine ganze Note mit einem Strich am Hals. Der Strich steht für Achtel, also wird die Note in Achtel zerlegt und so oft angeschlagen, wie Achtel hineinpassen. Links dieselbe Note ohne Strich: ein einziger Anschlag, der liegen bleibt. Die Tonhöhe ist in beiden Bildern dieselbe, und die Gesamtdauer auch.

Ohne Strich: ein Anschlag
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Mit einem Strich: in Achteln
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Zwei Striche

Derselbe Kopf, jetzt mit zwei Strichen. Das ist die Schreibweise für Sechzehntel, und entsprechend halbiert sich der Abstand zwischen den Anschlägen gegenüber dem ersten Fall. Wer die beiden Bilder nacheinander anhört, hört genau das: dieselbe Note, aber die Bewegung ist doppelt so dicht.

Ohne Striche: ein Anschlag
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Mit zwei Strichen: in Sechzehnteln
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Drei Striche

Drei Striche, also Zweiunddreißigstel. Das ist die übliche Schreibweise für ein Tremolo, das nicht mehr gezählt, sondern nur noch gehört wird — bei Streichern die Grenze, ab der man von einem ungemessenen Tremolo spricht. Im Klangbeispiel sind die Anschläge gleichmäßig gesetzt; in der Praxis überlässt man das dem Bogen.

Ohne Striche: ein Anschlag
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Mit drei Strichen: in Zweiunddreißigsteln
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Dieselben Striche, kürzere Note

Dieselben drei Striche auf einer Viertelnote statt auf einer ganzen. Der Abstand zwischen den Anschlägen ist unverändert — das ist die Probe darauf, dass die Striche den Notenwert nennen und nicht die Anzahl. Weil die Note kürzer ist, passen weniger Anschläge hinein, und danach geht der Takt mit drei ruhigen Vierteln weiter.

Ohne Striche: eine Viertel, dann drei weitere
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Mit drei Strichen: gleicher Abstand, weniger Anschläge
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Tremolo auf einem Akkord

Ein Dreiklang mit drei Strichen. Alle drei Töne werden zugleich angeschlagen und gemeinsam wiederholt; im Bild bleiben es drei Köpfe und ein Zeichen. Genau so steht es in Klavierstimmen, wenn ein Akkord unter der Hand vibrieren soll, statt einmal liegen zu bleiben.

Ohne Striche: der Akkord einmal
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Mit drei Strichen: alle drei Töne zugleich
Engraved by Verovio 6.3.0-425dd7b

Was die Striche zählen

Das ist die Stelle, an der sich die meisten verlesen: die Striche sagen nicht, wie oft angeschlagen wird, sondern wie kurz jeder Anschlag ist. Drei Striche heißen Zweiunddreißigstel — und wie viele davon in die Note passen, entscheidet die Note. Auf dieser Seite stehen deshalb dieselben drei Striche zweimal: einmal auf einer ganzen Note und einmal auf einer Viertel. Der Abstand zwischen den Anschlägen ist in beiden Bildern genau derselbe; es sind nur ein Viertel so viele.

Deshalb schreibt ein guter Satz das Tremolo nie ohne den Notenwert darunter. Im Orchester steht es vor allem bei den Streichern, wo der Bogen wirklich zittert; am Klavier ist es seltener und bedeutet dort einen raschen Wechsel derselben Taste oder desselben Griffs.

Was daneben steht

Wie lang eine Note ist und wie die Werte zusammenhängen: Notenwerte. Andere Zeichen, die innerhalb eines Notenwerts etwas vorschreiben: Verzierungen.

Notenzeichen · Verzierungen · Notenlexikon

Mit Anotona geht das automatisch

Fotografiere ein Notenblatt oder spiel die Melodie vor — Anotona erkennt die Tonart, setzt die Noten und transponiert sie in jede andere. Kostenlos.

Anotona ansehen

Alle Töne auf dieser Seite sind gerechnet, nicht abgetippt — nach der Skalenregel, die auch bestimmt, dass Fis-Dur ein Eis hat und kein F.